Einmal im Jahr ins Kurvenparadies für Flachländer – Tourbericht

Oktober 2, 2017 by Juliane Reiseberichte 0 comments

 

calimoto wird natürlich auch regelmäßig höchstpersönlich von unserem Chef getestet. Deshalb berichtet uns Sebastian von seinem letzten großen Abenteuer in Südtirol:

calimoto ist so programmiert, dass es uns die kurvigsten Strecken in unserer Nähe zeigt. Allerdings wenn etwas bei uns in Berlin/ Brandenburg fehlt, sind es wirklich die Kurven. Deshalb zelebriere ich immer jede noch so Kleine und begrüße sie freudig.

So kommt es, dass es uns einmal im Jahr so richtig in der rechten Hand juckt und wir für eine Woche Urlaub auf der Wolke 7 für Motorradfahrer machen. Bei gutem Essen, Sonnenschein und vielen Kurven, genießen und huldigen wir das Zweirad.

Ihr wisst nicht welche Gegend ich meine? Mitte Mai ging es für mich und calimoto los gen Süden, da es zwischen Mittelmeer und Hochalpen einfach Pässe en masse gibt. Was für Münchener ein Katzensprung ist, sind für uns knapp 900 KM bis nach Südtirol. Dank Brenner und guter Straßen aber eigentlich überhaupt kein Problem. Allerdings sind wir die Strecke mit einem Anhänger, der wiederum mit 5 Motorrädern beladen war, gefahren. Kaum angekommen ging es auch schon aufs Motorrad.

UND LOS!

 

Erster Tag Blick vom Hotel: So kann der Tag beginnen

Insgesamt haben wir in 6 Tagen knapp 1250 KM Strecke auf unseren Bikes geschafft. Ihr denkt das ist nicht viel? Im Gebirge bei vielen Kehren und Kurven ist das ne Menge. Auch das optimale Kehrenfahren muss geübt sein, schön ausholen, spät einschlagen und am Gas bleiben.  Am vorletzten Tag sind wir 365 KM gefahren bei 7h reiner Fahrzeit und 8 Pässen. Am Ende haben wir tatsächlich 9562 Höhenmeter erklommen. Ich würde sagen, die Everest Challenge mit dem Motorrad haben wir eindeutig bestanden.

 

8 Pässe an einem Tag

 

Natürlich immer dabei und unverzichtbar: calimoto. Jeden Abend wurden zusammen die besten Pässe und die kurvigsten Strecken für den nächsten Tag rausgesucht und in die Route integriert. Dank des Kurvenalgorithmus unserer Motorrad-App haben wir die Via Punkte nur auf die Pässe setzen müssen, die Routen dazwischen wurden dann automatisch berechnet und das Ergebnis war jedes Mal eine wunderschöne Tour, mit einer maximalen Anzahl an Kurven und Kehren. Musste jemand tanken, wurde schnell geschaut wann die nächste Tankstelle kommt und weiter ging es. Letztes Jahr hatten wir diese Funktion um diese Zeit noch nicht, umso mehr weiß ich sie nun zu schätzen. Mich macht es wirklich sehr stolz, wie sich calimoto in der kurzen Zeit weiterentwickelt hat. An dieser Stelle danke an mein großartiges Team.

Unterwegs sahen wir viele Biker. Wir waren also nicht die einzigen, die die Saison so schnell wie möglich einleiten wollten, auch andere wollten raus und was erleben. So lernten wir im Hotel unteranderem auch Reinhard aus Kassel kennen. Mit seiner Softail Harley fuhr er in mehreren Etappen nach Italien. Er begleitete uns einen Tag lang und abends tranken wir zusammen Südtiroler Bier. Wir sprachen über seine 340 Kilo Maschine und er erzählte uns von ihren gemeinsamen Abenteuern.

 

Mit Reinhard (rechts) am Pragser Wildsee

Wieder zurück auf der Straße, um weitere spannende Strecken zu entdecken, schoben wir uns die Berge hoch. Gefühlt jedes zweite Motorrad was uns entgegen kam, war eine BMW GS. Was wir alle dennoch gemeinsam haben: man grüßt sich, egal ob mit der Linken Hand oder dem rechten Fuß. Die Leidenschaft zum Motorradfahren verbindet eben- Ich liebe es. Daher auch der Wunsch calimoto als Motorrad Community noch weiter auszubauen. Das Gefühl von Zusammenhalt und Verbundenheit soll auch in unsere App übertragen werden.

Oben auf dem Pass angekommen, genoss man die atemberaubende Aussicht bei einem Kaffee. Natürlich kam man auch dort sofort mit anderen Bikern ins Gespräch, die ebenso dieses wunderschöne Fleckchen Erde betrachteten. Besser als auf jeder Motorrad-Messe sah man die unterschiedlichsten Modelle, verschiedenste Farben und Marken. Auch die dazugehörigen FahrerInnen kamen aus den entlegensten Gegenden und Berufen. Vom Bundeswehrsoldaten aus NRW, Ärzte aus Rostock, Erzieher aus München, bis hin zum 75-Jährigen Rentner der seit Monaten durch Europa tourt.

Einfach atemberaubende Landschaften

 

Am außergewöhnlichsten war das Tourerlebnis zweier Männer, die wir getroffen haben. Diese bereisten gerade alle Länder Europas mit ihrer Honda CBR600, Baujahr irgendwann Anfang der 90er. Wahnsinn, und das auf einem Motorrad, dass so alt ist wie ich. Bis auf Portugal und Island haben sie bereits alle Länder abgehakt. ALLES per Motorrad, Zelt und Werkzeugkoffer. Einfach unglaublich! Die Männer erzählten mir, dass es allerdings in Moldawien zu kleineren Problemen gekommen sei, als sie Soldaten an der Grenze mit einem Panzer aufhielten. Diese verlangten von ihnen 200 Euro für die Durchreise. Leider hatten sie nicht mal ein Viertel davon in der Tasche. Also legten sie einfach die 30€, die sie noch hatten, auf den Tisch und konnten ihr Reise fortsetzen.

Wettertechnisch muss man sich auch auf alles vorbereiten. Wo im Tal unten angenehme 26°C waren, sank auf den Bergen das Thermometer schnell auf 7°C und weniger. Und obwohl es bereits Mitte Mai war, lag relativ oft Schnee und einige Pässe waren auch noch komplett gesperrt. Somit waren zu diesem Zeitpunkt auch einige Almhütten und Gasthöfe komplett geschlossen. Eine positive Seite der Nebensaison sind aber, wie ich finde, freie Straßen und der persönliche Kontakt zu den Einheimischen, die uns immer offen und herzlich willkommen hießen. Viele Kilometer-Viele interessante Gespräche.

 

Oben Schnee unten Knödel, so lässt es sich leben

Später sah ich in der nächsten Kehre zwei Africa Twins die sich einen steinigen Trampelpfad hoch quälten. Diese waren komplett bepackt mit Koffern und Rucksäcken, eben maximale Zuladung. Als ich die Kamera zückte, hielten sie an und erzählten mit urbayrischem Akzent, dass sie gerade aus Slowenien kommen und auf der Suche nach einem Wasserfall sind. 360.000 KM Stand auf dem Tacho. Holla die Waldfee…

 

360.000 Km und immer quer Feld ein

Für uns ging es dann weiter Richtung Sella-Joch. Auf dem Weg dahin überholte ich eine Truppe Vespa Fahrer, die sich mit Vollgas die Kehren hoch quälten. Auch wir kamen auf dem nächsten Pass ins Gespräch. Obwohl es natürlich ein ganz anderes Fahrgefühl mit einem 350 ccm Roller ist, waren auch sie auf der Suche nach Kurven, Höhenmetern und dem ultimativen Erlebnis mit ihrem Motorrad. Nur etwas mehr Entschleunigung wollten sie haben. Ja, warum eigentlich nicht?!

Plötzlich ließ eine K1600 GT mit voller Sound Beschallung die Berge wackeln. Allerdings lief nicht “Highway to Hell” oder “Born to be wild”, sondern „Hit me Baby one more time“ von Britney Spears. Ja genau, kein Scherz. Britney Spears. Voller Selbstbewusstsein stieg der Fahrer ab und bewegte sich zum Beat. Das Bild bekomm ich nie mehr aus meinem Kopf. Nachdem wir uns alle wieder einigermaßen von dem Lachkrampf erholt hatten, genossen wir gemeinsam eine Kaffepause. Anschließend ging es sofort wieder Berg abwärts, bis die Fußrasten kratzen.

Abends schlief ich zufrieden ein und stellte für mich fest: Es gibt einfach kein besseres Hobby. Dieses Lebensgefühl von Freiheit und Unbeschwertheit bekomme ich sonst nirgends.

 

 

Alle Touren auf einem Bick

Für alle die gerne nach Südtirol wollen hier meine Tipps aus 3 Jahren Kehren-Erfahrung:

  • Sella Runde ( Sella-joch, Grödner-Joch, Pordoi-joch): Der Klassiker der Alpenstraßen, die Straßen sind teilweise nicht optimal aber jedes Jahr gehört diese Runde zu den Must-Drives! Mit vielen Kehren und schönen Aussichten eine tolle Strecke (m.calimoto.eu/r/F32pZk6FO5)
  • Passo di Giau: Mein Geheimfavorit, viele Kehren und Kurven, breite Straßen: Rundum eine tolle Strecke (m.calimoto.eu/r/YBPALBZRjf)
  • Manghen Pass: sehr enge Straße aber wunderschöne Natur durch einen Gebirgswald (m.calimoto.eu/r/SHd13jYtDF)
  • Passo Rolle: landschaftlich schöne Strecke mit vielen Kehren und guter Straße; danach über den Passo Brocon (m.calimoto.eu/r/giRGz8Izfu)
  • Passo di lavaze: für Anfänger geeignete Strecke mit wenig Kehren aber vielen Kurven. (m.calimoto.eu/r/nMV81sJpQE)
  • Nigerpass: wenig befahrene Stecke, eher etwas zum wedeln da wenige Kehren. (m.calimoto.eu/r/YF4vn42U5w)
  • Würzjoch: schmale Straße mit vielen Schlaglöchern aber tolle Natur (m.calimoto.eu/r/xuXIpjnE5k)
  • Pragser Wildsee: ein malerischer Bergsee aber schnell von Touristen überlaufen, nur geeignet um Bilder zu machen wenn man eh dran vorbei fährt. (m.calimoto.eu/r/GQCE8fZcf4)
  • Timmelsjoch: Viele Kehren bei breiter Straße aber oft ziemlich voll, ein Must für viele Biker. (m.calimoto.eu/r/xHS5ODrEjM)

 

DU HAST AUCH EINE GRANDIOSE STRECKE FÜR DICH ENTDECKT, DIE DU UNBEDINGT MIT DER GESAMTEN CALIMOTO COMMUNITY TEILEN MÖCHTEST?

DANN MELDE DICH BEI UNS! WIR FREUEN UNS AUF DEINE TOUR.

#calimotour

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